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Meldungen der Erzdiözese

Wenn Geschichte unter die Haut geht – interessanter Vortrag, organisiert vom Bauförderverein Weiterdingen

Wenn Geschichte unter die Haut geht – interessanter Vortrag, organisiert vom Bauförderverein Weiterdingen
Ein voller Bewegungsraum im Kindergarten in Weiterdingen, gespannte Stille und ein Thema, das niemanden unberührt ließ: Der Vortrag von Simon Jäger über das Kriegsende im Hegau wurde für viele Besucherinnen und Besucher zu einem eindrucksvollen Abend, der noch lange nachwirkt.
Menschen aller Altersgruppen waren gekommen und erlebten eine Darstellung, die Geschichte greifbar machte. Mehr als einmal lief es den Zuhörenden kalt den Rücken hinunter, als Simon Jäger von den Ereignissen jener Zeit berichtete. Im Mittelpunkt standen nicht große militärische Strategien, sondern die Erfahrungen der Menschen vor Ort.

Grundlage des Vortrags waren die Kriegsberichte der Erzdiözese Freiburg. Damals hatte der Erzbischof alle Pfarrer aufgefordert, ihre Beobachtungen und Erlebnisse anhand eines gezielten Fragenkatalogs festzuhalten. So entstand ein eindrucksvolles Gesamtbild, das heute einen seltenen und unmittelbaren Einblick in das Leben der Menschen am Ende des Zweiten Weltkriegs ermöglicht.

Besonders bewegend war die Erkenntnis, dass im Hegau vielerorts bewusst auf eine friedliche und kampflose Übergabe hingewirkt wurde. Dies geschah nicht von selbst, sondern erforderte Mut und Entschlossenheit. Die Menschen wollten ihre Heimat nicht für eine längst verlorene Sache aufs Spiel setzen. Familie, Hof und Dorfgemeinschaft hatten einen hohen Stellenwert und prägten das Handeln in diesen entscheidenden Tagen.

Auch das Schicksal der Juden im Hegau ließ Simon Jäger nicht aus. Wie er betonte, kann sich nicht mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt werden ohne Beschäftigung mit dem Holocaust / der Shoa.
 
Simon Jäger bezog sich in seinem Vortrag vor allem auf Berichte aus Binningen, Singen und Weiterdingen und machte die Ereignisse dadurch besonders anschaulich und nahbar. Eine zusätzliche Verbindung zur damaligen Zeit schuf eine originale Zeitung aus dem Oktober 1941, die vom Vorsitzenden des Baufördervereins mitgebracht wurde und großes Interesse bei den Anwesenden weckte.

Der Bauförderverein St. Mauritius Weiterdingen hat mit dieser Veranstaltung einmal mehr gezeigt, wie wichtig sein Engagement für das kulturelle und gemeinschaftliche Leben vor Ort ist. Die Kirche ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Stück Identität, Geschichte und Begegnung für das ganze Dorf, unabhängig davon, ob man regelmäßig den Gottesdienst besucht oder nicht. Ihr Erhalt geht alle an.

Der Verein trägt maßgeblich dazu bei, dieses prägende Gebäude für kommende Generationen zu bewahren. Mit Veranstaltungen wie diesem Vortrag schafft er nicht nur Räume für Austausch und Gemeinschaft, sondern macht auch deutlich, wie lebendig und wichtig dieses Engagement ist. Jede Unterstützung hilft dabei, die Kirche als Mittelpunkt des Dorflebens zu erhalten, sei es durch eine Spende, eine Mitgliedschaft oder einfach durch die Teilnahme an Veranstaltungen. Wer mehr erfahren möchte oder den Bauförderverein unterstützen möchte, findet weitere Infos hier auf der Homepage unter der Rubrik Bauförderverein Weiterdingen.

Am Ende des Abends blieb eine klare Botschaft, die aktueller nicht sein könnte: Es liegt an uns allen, im Kleinen wie im Großen dafür einzustehen, dass sich solche Ereignisse nicht wiederholen.